Serie

TKKG

Hersteller

Europa

Genre

Jugend

Episode

157 - Oskar und die sieben Zwerge

Spielzeit

55 Min.

Oskar und die sieben Zwerge

Es ist mitte Januar in der Millionenstadt, und Tim, Karl, Klößchen und Gabi, die ihren Hund Oskar dabei hat, machen sich auf den Weg zu Frau Vogel, einer netten, kauzigen alten Dame, die die Hilfsbereitschaft der Kinder in Anspruch nehmen will. Noch weiss aber niemand so genau, was die Dame eigentlich von ihnen will. Schliesslich klingeln die 4 Freunde an der Haustür, und als Frau Vogel sie in die gute Stube bittet, erwartet sie eine verblüffende Überraschung. Denn Frau Vogel besitzt 7 Pudel. Rosafarbene Pudel.
In einem alten Trabbi an der gegenüberliegenden Strassenseite frieren währenddessen zwei Ganoven, die kriminelle Machenschaften planen, durch das Auftauchen von TKKG aber vorerst zurück gehalten werden. Denn irgendetwas Mieses haben sie mit Frau Vogel vor.
Inzwischen stellt Frau Vogel der TKKG-Bande ihre 7 Pudel vor, die sie natürlich nur mit absolut unschädlichen Naturstoffen rosa gefärbt hat und nach Süsswaren benannt hat. Candy, Lollypop, Bonbon, Sugar, Besé, Chocolate und Petit fur – wobei ich als Französischlegasteniker leider nicht weiss, ob ich das überhaupt richtig verstanden habe.
Schliesslich eröffnet Frau Vogel den Freunden auch, warum sie sie eigentlich zu sich bestellt hat. Ihre 7 Pudel sind nämlich mehrfache Preisträger von verschiedenen, internationalen Schönheitswettbewerben, und am heutigen Wettbewerb in der Millionenstadt sollen die 4 Freunde die Dame zu der Veranstaltung begleiten.
Gemeinsam verfrachten die anwesenden Zweibeiner die anwesenden Vierbeiner exklusive Oskar in Transportboxen, und diese werden in einen bereitstehenden Transporter verfrachtet, um die süssen Pudel zur Hundeausstellung zu fahren. Natürlich werden sie dabei von den beiden Ganoven Hartmut Hohl und Joachim Dietrich beobachtet. Dietrich überkommen plötzlich Zweifel, in Anbetracht der Kinder ihren Plan durchzuführen, doch die gezückte Pistole Hohls überzeugt ihn schnell. Die Ganoven nehmen die Verfolgung des Transporters auf.
Als TKKG und Frau Vogel am Veranstaltungsort ankommen, ist der Platz noch menschenleer, beginnt die Hundeschau doch erst in zwei Stunden. Frau Vogel will die Zeit nutzen, um mit dem Veranstalter letzte Details und Formalitäten zu klären. Während die 7 Zwergpudel noch im Wagen bleiben, nimmt Gabi ihren Oskar natürlich mit. Der Veranstalter vermutet zuerst in Oskar den potenziellen Teilnehmer und weist diesen entschieden zurück. Als Frau Vogel ihm erklärt, dass es nicht um Oskar, sondern um ihre Pudel geht, bittet er sie, die Pudel sofort vorzuzeigen. Also verlassen die 4 Freunde und Frau Vogel wieder das Gebäude, nur um festzustellen, dass der Transporter gestohlen wurde! Als sich dann auch noch die Entführer per Handy melden und von Frau Vogel verlangen, die Polizei nicht einzuschalten, wenn sie ihre Lieblinge lebend wiedersehen will, fällt die Dame in Ohnmacht.
Ein Krankenwagen fährt Frau Vogel ins Krankenhaus, und die 4 Freunde düsen in der U-Bahn hinterher. Im Krankenhaus unterhalten sie sich dann über die Ereignisse, doch niemand kann sich erklären, warum die 7 Pudel am hellichten Tag entführt wurden. Denn Frau Vogel ist nicht wirklich vermögend, um ein hohes Lösegeld zahlen zu können.
Gemeinsam fahren TKKG und die Rentnerin in einem Taxi nach Hause, doch unterwegs traut Tim seinen Augen nicht. In einer Seitenstrasse erblickt er den entführten Transporter! Und im Inneren: Die Pudel! Zwar strecken allesamt ihre Viere von sich, doch sie sind lediglich betäubt, nicht tot.
Nun kann sich überhaupt niemand mehr einen Reim auf die Ereignisse machen, denn es wurden keine Forderungen gestellt, und die Pudel selbst sind wohlauf.
In der Wohnung der rüstigen Rentnerin erzählt diese anschliessend, dass sie den geliehenen Transporter nun unverzüglich wieder zurückgeben will. Dabei erfahren TKKG, dass sie erst letzte Woche mit dem Transporter ihre Pudel nach Palermo gefahren hat, um dort eine weitere Hundeschau zu besuchen.
Unverzüglich fahren Frau Vogel und die 4 Freunde zur Autovermietung, wo sie die unliebsame Bekanntschaft mit Gisela Menke machen, einer überaus zickigen und rücksichtslosen Frau, die ihren Freund Achim sprechen will, der in der Autovermietung arbeitet, und rein zufällig identisch ist mit einem der beiden Ganoven. Doch das wissen TKKG natürlich nicht.
Tim jedoch, der das laute Gespräch zwischen Gisela und Achim verfolgt, hegt plötzlich einen Verdacht. Ein Telefonat mit Kommissar Glockner bringt neue Anhaltspunkte. Demnach fand vor einer Woche ein Raubüberfall in Palermo statt. Von Dieben und Beute keine Spur. Die Fäden fügen sich für den TKKG-Häuptling allmählich zusammen.
Am gleichen Abend begeben sich TKKG mit ihren Drahteseln auf Beobachtungsposten vor der Autovermietung. Als Joachim Dietrich das Gebäude verlässt und mit seinem Fahrrad davon radelt, verfolgen ihn die 4 Freunde bis zu einer Schrebergartenanlage, wo er ein verkommenes Gartenhäuschen betritt. TKKG schleichen sich an und starten ihren Lauschangriff.. Dort können sie mit anhören, wie sich die beiden Ganoven über ihren Raubüberfall in Palermo unterhalten. Tatsächlich lag Tim mit seiner Vermutung richtig. Die Beute haben die beiden Gangster im Ersatzreifen des Transporters versteckt, mit dem Frau Vogel nach Palermo gefahren war, und was Joachim Dietrich mitbekommen konnte, weil er ja in der Autovermietung arbeitet.
TKKG alarmieren Kommissar Glockner, der nur wenig später mit einer ganzen Polizeimannschaft anrückt, um die Ganoven festzunehmen. Ende gut, alles gut.

Besprechung / Rezension:

Dass der Flair der frühen TKKG-Folgen nicht mehr erreicht wird, und die Serie bei den meisten Hlörspielfans nur noch als Klischee von sich selbst gilt, ist keine Neuigkeit. So überrascht es auch in dieser Folge nicht, dass der Plot sehr dünn ist und irgendwie an schon oft gehörte Geschichten erinnert. Wahrlich überraschend ist aber die Atmosphäre der Millionenstadt, die in diesem Hörspiel nahezu menschenleer erscheint. Man hört kaum Verkehr oder Passanten, ganz selten taucht mal jemand auf. Lediglich das Krankenhaus ist belebt, wo dann auch mal ein gewisser „Mister Miller in den O.P.“ ausgerufen wird. Nette Anspielung.
Die Sprecher liefern durch die Bank sehr gute Arbeit ab. Die 4 TKKG-Freunde selbst agieren souverän und perfekt wie imm... ähm, meistens. Brigitte Böttrich als resolute Rentnerin Frau Vogel überzeugt, die beiden Ganoven, gesprochen von Mario Grete und Thomas Schüler sind ebenfalls gut. Wenngleich die Stimmen auch sehr austauschbar und ohne grossen Wiedererkennungsfaktor auskommen. Nicolas König als tuckiger Veranstalter ist die Krönung. Beim ersten Mal konnte ich meinen Ohren kaum trauen und wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Beim zweiten hören hab ich mich dann aber doch fürs lachen entschieden, denn lachen ist gesund.
Manch einem Hörspielfreund dürfte Katja Brügger als Gisela Menke bekannt vorkommen. Auch Frau Brügger liefert eine erstklassige Arbeit ab, als zickige, keifende Freundin.

Die Geräusche sind sehr lebensecht eingesetzt, und die Dialoge überzeugen durch viel Authentizität. Produktion auf gewohnt hohem Europa-Niveau.

Nun zur Geschichte selbst.
TKKG agieren an manchen Stellen etwas „out of character“. Zwar sind sie durch bestimmte Standardsätze etc. natürlich klar als TKKG zu erkennen, aber die detektivischen Fähigkeiten oder der jugendliche Einsatz früherer Hörspiele kommen hier eindeutig zu kurz. Die Freunde stolpern ständig nichtsahnend durch die Geschichte und wirken völlig austauschbar. Lediglich Tim offenbart gegen Ende des Hörspiels ein wenig Kombinationsgabe. Und hier kommt ein grosser Pluspunkt des Hörspiels. Denn der Plot ist sehr gut und plausibel aufgearbeitet. Der Hörer kann mitraten und ebenfalls die richtigen Schlüsse ziehen, selbst wenn die gelegentlich eingestreuten Dialogszenen der beiden Ganoven ausbleiben würden. Leider ist und bleibt der Plot, so plausibel er auch sein mag, schlicht und ergreifend elendig dünn und wirkt wie Kaugummi in die Länge gezogen.
Man hätte ohne grosse Probleme die Geschichte um eine gute viertel Stunde kürzen können, ohne dass etwas Wichtiges auch nur ansatzweise gefehlt hätte.
Der Klappentext suggeriert eine spannende und gefährliche Mission für TKKG, aber das einzig gefährliche in der ganzen Episode bleibt die Pistole des Ganoven Hohl, die er seinem Mitstreiter Dietrich unter die Nase hält.

Fazit:
Technisch einwandfrei produzierte Massenware, die man sich aufgrund der Szene mit dem Veranstalter der Hundeschau zwei oder drei mal anhören kann, dann aber unter einem grossen Stapel besserer Episoden dieser Serie begraben sollte.

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