
ab dem 20. August 2007 mit Blutrausch unter: www.hoerspiel-labor.de
A.J. Weigoni stellt sich mit dem Ohr–Ratorium »Blutrausch« (alls Gossenheft unter »Massaker« erschienen) bewußt in die Tradition der hard-boiled school, die in den 1920-er Jahren mit dem Black Mask Magazine, einem amerikanischen Groschenheft, ihr Publikum fand.
Verbrechen ist auch das Produkt der Gesellschaft, es legt ihr Wesen offen. Jacqueline, die Hauptfigur in »Blutrausch«, ist die Manifestation eines Verbrechertypus', der erst durch die Globalisierung entstehen konnte: ein sich selbst entfremdeter Mensch, der in der Anonymität des Ballungsraums seine Psychopathien auslebt. Gewalt ist für Jaqueline eine Notwendigkeit. Es geht in ihrer Natur um den Kreislauf von Vernichtung und Erneuerung.
A.J. Weigoni ist es gelungen dem Genre Schundliteratur eine ästhetische Dimension abzugewinnen, er gibt so der Sprache der Straße im 21. Jahrhundert eine künstlerische Form. Dafür wurden A.J. Weigoni und seine Co/Autorin Barbara Ester im Dezember 2001 mit dem Künstlerpreis "Das Hungertuch" ausgezeichnet.
Aus der Würdigung: "Eine Impotenz des Herzens veranlaßt die Protagonistin Jackie, eine psychopathische Serienmörderin, sich selbst als Parasit und Vampir zu sehen. Sie kann nichts für die Zerstörung, die sie verursacht, denn Jackie ist letztlich ihr eigenes Opfer, damit ähnelt sie vielen Gestalten der expressionistischen Literatur, eine Fremde unter ihren Mitmenschen. Der psychologische Prozeß, den man in der Entwicklung des Vampirismus, der sich im Werk „Massaker“ als Serienmord manifestiert, beobachten kann ist folgender: Die Flucht vor einer unerträglichen Wirklichkeit erzeugt ein Gefühl der Unwirklichkeit, des Substanzmangels, der inneren Leere. Dieses Gefühl ruft wiederum das verzweifelte Bedürfnis nach einem starken, edlen und substanzhaften Menschen hervor, auf den sich die Leere stürzen, den er ausbeuten, dessen Kraft er und Vitalität er sich aneignen kann; schließlich vernichtet er ihn, um sich selbst am Leben zu erhalten.
„Massaker“ erzählt vom Niedergang des Individualismus im 21. Jahrhundert an philosophiegeschichtlicher Bedeutung. Anhand des `Sprachrealismus`, dem sich A.J. Weigoni und seine c/o Autorin Barbara Ester verpflichten, implizieren sie gesellschaftspolitische Vorbehalte gegen die konventionelle Literatursprache, so daß man von der dargebotenen Sprachproduktion als Sprachkritik und Gesellschaftskritik sprechen kann. Es ist die umgangssprachliche Beschreibung von Alltäglichem, welche eine stärkere Dialektik auf moralisch-ethischer Ebene beherbergt, als jede elaborierte Abhandlung hätte evozieren können. Daß spannende Unterhaltungslektüre das soziale Engagement im Leser hervorrufen kann, beweist „Massaker“ durch die Nachdenklichkeit, die es zurückläßt, wenn man den Trubel des Geschehens, nämlich der Cranger Kirmes hinter sich gelassen hat: dann blickt man auf den hysterischen Trubel einer viel größeren Kirmes:
Der atomisierenden Maschinerie der modernen Gesellschaft, die das Individuum ermordet.
B. Davis, M.A. Germanistik + Ph.D. Graduate at UCI, Kalifornien“
"Das Hungertuch" wird an Künstler verliehen, die mit experimentellem Pioniergeist im 21. Jahrhundert neues künstlerisches Terrain aufbrechen. Besonderes Interesse gilt bei diesem Künstlerpreis die Verschmelzung unterschiedlicher Genres wie Sprache, Sound, Installation, bewegte und eingefrorene Bilder.
Dies führte zur Zusammenarbeit mit Tom Täger, dem Musikpreisträger des Künstlerpreises. Täger, der in seinem Tonstudio an der Ruhr die ersten Alben von Helge Schneider und Tom Liwa produzierte oder die Missfits begleitete, hat gleichfalls ein Faible für Trivialmythen und die Umsetzung in einen zeitgemäßen Sound.
Eine Hörprobe von »Blutrausch« findet sich ab dem 20. August unter: www.hoerspiel-labor.de
Die Aufnahme ist in HiFi-Stereo-Qualität erhältlich über: info@tonstudio-an-der-ruhr.de
„Das Gossenheft ist eine neue Richtung in der Literatur.“ (Dr. Ulrich Janetzki / LCB, Berlin)
„Die Leute denken, es ist Jerry Cotton und merken dann, daß man ihnen Literatur angedreht hat.“
(Aktuelle Stunde / WDR) „Das ist gerade so viel Bastei-Lübbe wie ein Frauenarzt schwul sein dürfte in dieser Reihe.“ (Süddeutsche Zeitung)
Massaker, Krimi — „Barbara Ester und A.J. Weigoni stellen sich mit »Massaker« bewußt in die Tradition der hard–boiled school, die in den 1920–er Jahren mit dem Black Mask Magazine ihr Publikum fand.“ (Philotast) „Montiert wie ein Film. Die Szenen wechseln rasend schnell, die Figuren berühren sich wie Kugeln auf dem Billardtisch“ (Süddeutsche Zeitung) „Das blutrote Äußere hält, was der Titel verspricht.“ (Sonntagsnachrichten, Wanne–Eickel) „Eine Serienkillerin jagt ihre Opfer über die Cranger Kirmes.“ (BILD) „Die Geschichte lebt von Poesie und Trostlosigkeit, von ihren Figuren und Orten. Trotz Heftchenformat: Mit »Massaker« hält der Leser provokative Literatur in der Hand. Ein bewusster Akt sprachlicher Grenzerprobung.“ (Prinz) „Geziert von manch semantischem Husarenstück… Klischees werden clever arrangiert, Stereotypen gekonnt gegeneinander ausgespielt und vorm inneren Auge des Lesers generiert sich einen kurzweiligen Nachmittag lang ein leicht nekromantischer, spannender B–Movie.“ (Coolibri) „Das Authentizitäts-Monster "Massaker" ist ähnlich überdreht. Und nicht weniger blutig.“ (Die Brücke) „Jacqueline erscheint als klassisches Motiv der männermordenden Hexe, gefährlich wie Tollkirschen, verführerisch wie Lulu.“ (Lit·Form) „Zehn Tage pures, nacktes, pralles Leben. Ein schnelllebiger hysterischer Trubel, durch den Barbara Ester und A.J. Weigoni ihre Figuren jagen… plastisch erscheint die Welt zwischen Looping, Geisterbahn, Riesenrad und Cafe Grell, daß der Ortskundige folgen kann.“ (WAZ) ... „Eine klug aufgebaute, kompositorisch und sprachlich außergewöhnliche, spannende Story.“ (Elisabeth Ricinsci, Matrix) „Der Stadtplan zur Cranger Kirmes.“ (DeutschlandRadio, Berlin) „Wer Massaker liest und sich auf der Kirmes auskennt, hat ein Aha–Erlebnis nach dem Nächsten… dieser Krimi wird dahin gebracht, wo er auch hingehört… ein Blutrausch auf 64 Seiten.“ (Radio Herne 90,9) „Entfesselt. Scharfe Schüsse, ätzende Figuren. Gossenromane mit ausgefeilter Redekultur für alle, die Trash & Tragödie nicht missen wollen.“ (Buchkultur, Wien)



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