Ach du heilige Scheiße. Was Europa da auf die Menschheit losgelassen hat, ist eine bodenlose Frechheit jedem SciFi-Fan im Allgemeinen, und im speziellen den Star Wars-Fans gegenüber. Am Anfang muss ich gleich gestehen, dass ich nicht wirklich ein Fan von Lucas Opus Magnum bin, aber diese Vergewaltigung hat Krieg der Sterne nun wirklich nicht verdient. "Krieg im All" wirkt so, als hätte man alles Positive aus den Filmen subtrahiert und aus den übrig gebliebenen Plotholes versucht, ein Hörspiel zu machen. Die Charaktere sind mit den Attributen "Beschissen" und "hohle Kopien" noch äußerst wohlwollend umschrieben. Duchess Daughtal ist quasi Luke und Leia in Personalunion, Gordon Starduster (jedesmal wenn ich den Namen tippe kippe ich hier fast vom Stuhl) stellt einen Han Solo für Arme dar und Gamma-qu ist die unlustige Variante von C3PO und zu guter letzt ist die Führung der Rebellen die Deppenversion des Jedirates. Die Sprecher erledigen ihren Job auch so, als ob sie alle wissen würden, was für einen Schmafu sie hier von sich geben und lassen konsequent die Overactingsau raushängen, was aber immerhin zu einigen Lachern führt. Ein Wort zu Volker Brandt: Wenn es den Satz "Er war jung und brauchte das Geld" noch nicht geben würden, dann müsste man ihn dafür glatt erfinden, denn hier tut er mir fast schon leid.
Das Drehbuch müssen sich drei betrunkene Schimpansen in einer wodkageschwängerten Nacht ausgedacht haben, bestes Beispiel dafür ist das Ende. Da erzählt die Duchess zuerst ganz groß davon, dass sie einen ach so tollen Plan zur Rettung der Menschheit habe und was passiert dann? Wir hören, dass die Bösen kommen (übrigens wäre es nett gewesen, aus dem Hauptbösewicht ne Sprechrolle zu machen, denn das angedachte Szenario mit der allgegenwärtigen Bedrohung im Hintergrund funktioniert GAR NICHT), die Raumschiffe der Rebellen starten, irgendwas explodiert und plötzlich rufen alle "Juhu, wir haben es geschafft!" und das Hörspiel ist aus. HALLO, GEHTS NOCH???
Musik und Geräuschkulisse wurden - wenn man das Alter des Hörspiels beachtet (es ist irgendwann Ende der 70er Jahre entstanden) - ganz okay umgesetzt, aber selbst da hab ich (aus dieser Zeit) besseres gehört. Das beste an dem Hörspiel ist, dass die CD-Neuveröffentlichung in einem schicken Vinyl-LP-Look daherkommt. Das wars dann aber auch schon.
Fazit: Ich hoffe, ich konnte hier jemanden davon abhalten, dieses Hörspiel ebenfalls durchleiden zu müssen (nur Poes_Rabe muss es sich zwangsweise ausleihen, hehe). Finger weg!!
0 von 5 Punkten gibt es hier nur deswegen, weil ich mir geschworen habe, mit einem so lächerlichen Firlefanz wie Minuspunkten gar nicht erst anzufangen.




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