Story:
Ein hervorragender Einstieg in eine hervorragende Science-Fiction Serie wird hier präsentiert. Viele Hörspielfans werden Jan Tenner natürlich seit Jahrzehnten kennen, aber Neueinsteiger werden mit dieser Folge bestens bedient sein. Ulli Herzog, der neben der Regie auch den Erzähler übernommen hat, führt im zweiten Track der CD in das Jan-Tenner-Universum ein. (Übrigens eine sehr interessante Track-Unterteilung, dass das Intro in 2 Tracks, nämlich in 24 Sekunden Musik und 57 Sekunden Text unterteilt wurde.
Der Erklärung genug, wird der Hörer direkt in die Geschichte geworfen und lernt 3 der vier Hauptcharaktere kennen, die sich ihrerseits selbst soeben erst kennen lernen. Im Laufe der Serie wird so ermöglicht, die sich entwickelnden Freundschaften der Charaktere optimal nach zu vollziehen.
Nach knapp 3 Minuten sind nun die Charaktere und das Setting der Serie erklärt, sowie der Aufhänger dieser Folge. Vom Militär gezüchtete Riesenspinnen geraten ausser Kontrolle und stellen nun eine immense Bedrohung für die Bevölkerung dar.
Im nächsten Kapitel wird diese Bedrohung noch einmal in allen Details erklärt, um auch dem Letzten genau zu vermitteln, wie gigantisch gross diese Bedrohung ist.
Aber der gemeine Hörspielfan will ja nicht mit langweiligen Fakten berieselt werden, deshalb kriegen wir im direkten Anschluss einen ersten Angriff der Spinnen quasi hautnah mit. Bei der Gelegenheit lernen wir endlich auch den Titelhelden der Hörspielserie kennen.
Bei einem Empfang in der Universität von Westland treffen nun Jan Tenner, Professor Futura und dessen Assistentin Tanja aufeinander und besprechen, wie man die Bedrohung durch die Spinnen abwenden kann. Der Professor präsentiert nun die wohl wichtigste Komponente der gesamten Serie. Das sogenannte ADW-Serum. Mit diesem Serum, dessen Abkürzung niemals erklärt wurde, können die Körperzellen in allen möglichen und erdenklichen Arten verändert werden. So kann unter hinzu fügen der genetischen Bausteine der Riesenspinnen der mutige Jan in eine Riesenspinne verwandelt werden, um gegen die Mutterspinne zu kämpfen und die Führung der Spinnenarmee zu übernehmen. Es ist Science-Fiction, und da schluckt man solche Erklärungen bereitwillig. Generell ist die ganze Sache aber tatsächlich so erklärt, dass man es für wirkliche, zukünftige Wissenschaft halten kann. Was allerdings Storytechnisch etwas seltsam anmutet, ist dass Tanja scheinbar aus heiterem Himmel weiss, wie man gegen die Spinnen kämpft.
Jedenfalls verwandelt sich Jan nun in eine Spinne und wird in einen LKW verfrachtet. Doch die Fahrt zum Einsatzort gestaltet sich schwieriger als erwartet. Nicht genug, dass ein verrückter Motorradfahrer die am Steuer sitzende Tanja zu einem plötzlichen Ausweichmanöver veranlasst, wird die Brücke über den Canyon von Kampffliegern des Militärs bombardiert. Per Funk schafft Tanja es in letzter Sekunde, General Forbett davon zu überzeugen, den Beschuss der Brücke einzustellen. Dennoch ist die Brücke beschädigt, und Jan erhält seinen ersten Auftrag. Mit den übermenschlichen Kräften der Riesenspinne schafft er es, die Bruchstücke von der Fahrbahn zu schieben, und die Fahrt zu den Spinnen geht weiter.
Am Einsatzort angekommen beginnt endlich der Kampf gegen die Mutterspinne. Und es ist auch allerhöchste Zeit, denn das Serum beginnt, Jans Geist so zu beeinflussen, dass in ihm der Wunsch entsteht, eine Spinne zu bleiben.
Was nun folgt ist wegweisend für die Erzähltechnik der gesamten Serie, die inzwischen zum berühmt-berüchtigten Kult unter Hörspielfreunden geworden ist. Die Protagonisten erzählen sich nämlich nun gegenseitig, was sie sehen, damit der Zuhörer auch mitkriegt, was geschieht. Diese Erzähltechnik geht in die gleiche Kult-Trash-Richtung, wie die ewig 13-jährigen TKKG, die nach über 150 Folgen zum Klischee von sich selbst geworden sind. Entweder man liebt es oder man hasst es. Oder man macht sich darüber lustig, findet es insgeheim aber doch ganz toll.
Natürlich gelingt es Jan, die Mutterspinne zu besiegen, sonst wäre die Serie sehr kurz geworden. Aber die Gefahr für Jan ist noch nicht vorbei, denn inzwischen ist der Einfluss des Serums so gross, dass er sich fast nicht mehr daran erinnert, je ein Mensch gewesen zu sein. Doch Tanja schafft es, ihn noch einmal zu überzeugen und ein weiteres Serum verwandelt ihn zurück.
Eine weitere, wegweisende Komponente der Serie folgt nun, nämlich der gespielte Witz zum Abschlusslacher. Jan veralbert General Forbett und alles lacht sich schlapp – Ende.
Inhaltlich eine absolut beachtliche Einstiegsfolge, die alle Wünsche erfüllt und den Grundstein zu einer der beliebtesten und erfolgreichsten Science-Fiction Hörspielserien bildet.
Ton:
Da die Serie schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, und unter den meisten Hörspielfreunden schon lange bekannt ist, ist der Vergleich zwischen MC und CD sicherlich interessant.
Der Sound kommt kristallklar über die Lautsprecher und zeigt alle Nuancen der Musik und der hervorragenden Sprecherleistung. Besonders im Vergleich mit den inzwischen über 25 Jahre alten Hörspielkassetten fällt auf, wieviel Liebe eigentlich in die Details gesteckt wurde. Da hört man plötzlich völlig neue Geräusche und Musikstücke, Dialoge im Hintergrund sind deutlich zu erkennen. Im Bus, der von der Riesenspinne angegriffen wird, sitzen zum Beispiel Bernhard und Barbara Blocksberg, die ich auf der Kassette beim besten Willen nicht herausgehört habe.
Das inzwischen hohe Alter dieser Produktion hört man der CD in keiner Weise an.
Cover:
Die Covergestaltung ist edel und schlicht und den Covern der MC-Auflage aus den 80ern nachempfunden. Es passt und greift alles ineinander, dennoch wirkt es im direkten Vergleich zur MC-Auflage weniger aufwändig, da man auf die damaligen Metallicfarben verzichtete, sondern diese mit einem simplen Gloweffekt um den Schriftzug nachahmte. Wie gesagt, es funktioniert prima, aber das nostalgische Fanherz hätte noch das Tüpfelchen auf dem i erhofft.
Die Coverzeichnung ist dynamisch und zeigt eine Szene aus dem Hörspiel (die so allerdings nicht wirklich vorkam, aber das nur am Rande). Allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier in Ermangelung der damaligen Originalzeichnung lediglich ein Coverscan der MC aufpoliert wurde, denn das Ganze ist ein wenig unscharf, und wenn man wirklich sehr peinlich genau hinsieht, kann man hier und da sogar Pixel erkennen.
Die Rückseite ziert ein weiteres Bild des Titelhelden in dynamischer Pose. Eins der wenigen Promobilder von damals, welches grafisch aber ordentlich überarbeitet wurde. Für meinen persönlichen Geschmack ein wenig zu dick aufgetragen, da es jetzt nicht mehr zum ansonsten wesentlich schlichteren Gesamteindruck passt. Aber wir wollen nicht darüber meckern, wenn uns etwas Aufwändiges präsentiert wird, denn das wäre irgendwie kontraproduktiv.
Es sei noch erwähnt, dass die Seite der CD ein 46stel eines durchgehenden Rückenmotivs zeigt, welches, wenn alle 46 CDs der Serie nebeneinander gesetzt werden, das von der Rückseite bekannte Promo-Motiv ergibt. Sehr schöne Idee, die gerade auch für Sammler reizvoll ist.
Fazit:
Eine tolle Serie, die hier ihren Einstieg feiert, und die auf CD eine unbedingte Kaufempfehlung darstellt.




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