Story:
Die beiden Bergsteiger Joe und Bill stossen im Rockytal auf eine seltsame, rote Nebelwand. Als sie den Nebel aus der Nähe begutachten wollen, kriegen sie die volle Breitseite dieser Substanz mit. Die Haut beginnt zu jucken und zu brennen und sie drohen zu ersticken. Dennoch gelingt ihnen die Flucht. Der eilig konsultierte Sheriff benachrichtigt Jan Tenner, und wenig später treffen sich die 4 Personen an der Grenze der Nebelbank, wo sie beobachten können, wie ein Hase versucht dem Nebel zu entkommen und tot zusammenbricht. Mit einem Schutzanzug und einer Gasmaske versucht Jan einige Proben des Nebels zu nehmen, doch selbst die Spezialkleidung bringt keinen Schutz gegen den Nebel, der sich beständig ausbreitet.
Und um noch Einen drauf zu setzen und die Gefahr des Nebels auch noch für Dreijährige deutlich zu machen, werden die 4 Männer auch noch Zeugen eines Absturzes und der Explosion eines Hubschraubers vom nahe gelegenen Militärcamp. Allerdings können Jan, Joe, Bill und der Sheriff nur eine kleine Stichflamme sehen. Offensichtlich erstickt der Nebel auch das Feuer. Jan beschliesst, Professor Futura zu informieren.
Eine Stunde später treffen Futura und seine Assistentin Tanja in Greyville ein, um sich mit Jan zu beratschlagen. Jan, der junge Student der Physik, zeigt dem Professor die von ihm untersuchten, chemischen Proben. Schon beachtlich, was ein Physikstudent alles kann, zumal Tanja so grosses Vertrauen in Jans Fähigkeiten hat, dass sie lautstark verkündet, er könne jede chemische Probe analysieren. Doch immerhin, auch Professor Futura kann mit den Werten nichts anfangen, ausser dass die kleine Gruppe erkennt, dass niemand eine Überlebenschance hat, der sich länger als 3 Minuten im roten Nebel befindet.
Tanja informiert die Behörden zwecks Evakuierung, während Jan und Futura sich weiter beratschlagen, was sie tun können um die Bedrohung abzuwenden.
Ein hermetisch abgeschlossener Panzer könnte die Lösung sein, doch ist so ein Fahrzeug nicht verfügbar. Allerdings hat Professor Futura einen Roboter konstruiert, der allerdings von einem maximal 10 Zentimeter grossen Menschen direkt von innen gesteuert werden müsste. Nun lässt sich Futura jedes Wort einzeln von Jan aus der Nase ziehen. Demnach hat Futura ein neues Serum entwickelt, welches ein Lebewesen stark verkleinern kann und gefrässigen Katzen aussetzt. Der Plan ist schnell gefasst. Jan lässt sich verkleinern und wird den Roboter durch den roten Nebel steuern, um zu erfahren, was es mit diesem Phänomen auf sich hat. Tanja informiert Jan vorher noch über die Nebenwirkungen. Demnach wuchsen einige der Testtiere schon nach der Hälfte der errechneten Zeit wieder auf ihre normale Grösse. Futura injiziert das Serum und Jan schrumpft.
Ganz besonders toll ist nun Tanja, die für Jans kleine Ohren unglaublich laut ist, aber als sie es realisiert erstmal in der gleichen Lautstärke erklärt, dass sie kapiert hat wie laut sie ist, statt direkt zu flüstern. Naja, Frauen.
Anschliessend setzt Futura den Mini-Jan in den Roboter und die Gruppe setzt sich in Bewegung, so nahe an den Nebel wie Möglich. An dieser Stelle muss ich mich bereits zum dritten Mal über Details ärgern. Wenn das Serum eine bekannte Nebenwirkung hat, warum gehen Jan, Futura und Tanja dann das zeitliche Risiko ein, Jan schon so weit im Vorfeld zu verkleinern, statt erst in unmittelbarer Nähe des Nebels?
Wie schon in Folge 1 gestaltet sich die Fahrt zum Einsatzort als komplizierter als gedacht. Tanja, die mal wieder den Wagen fährt, muss einem über die Strasse laufenden Kind ausweichen, was zur Folge hat, dass die im Inneren des Roboters befindliche Sauerstoffflasche einen Defekt erhält und Jan sprichwörtlich die Luft wegbleibt. Aber in letzter Sekunde gelingt es dem kleinen Helden, wieder Herr der Technik zu werden.
Der dichte Verkehr, den man akustisch leider überhaupt nicht mitbekommt, verhindert ein zügiges Vorwärtskommen des Wagens, weshalb man General Forbett bittet, mit einem Hubschrauber auszuhelfen.
Wie Ulli Herzog nun in einem kleinen Erzähltext berichtet, ist bereits eine halbe Stunde seit der Injektion vergangen. Das erhöht natürlich den Zeitdruck und die Spannung, bringt mich aber erneut zu der Frage, warum Jan schon so früh verkleinert wurde.
Kaum am roten Nebel angekommen, hat Jan schon das nächste Problem. Sein Roboter ist umgekippt und niemand kann ihm zur Hilfe kommen, um den Roboter wieder aufzurichten. Doch auch dieses Problem löst Jan souverän.
Bald darauf hat Jan den Ursprung des Nebels erreicht. Ein Raumschiff, aus dessen Düsen der Nebel austritt. Damit wurde bereits in der zweiten Folge der Serie neben des Serums ein weiterer, fantastischer Aspekt etabliert, nämlich Ausserirdische.
Die Aliens versuchen nun mit Hilfe von Impulsen mit den Menschen in Kontakt zu treten. Die Impulse werden vom militärischen Supercomputer entschlüsselt, und schnell wird klar, dass die Aliens keinesfalls feindliche Absichten hegen, denn ein Defekt in ihrem Raumschiff lässt sie weder starten, noch den Ausstoss des Nebels verhindern.
Jan gelingt es, mit Hilfe der Aliens den Ausstoss des Nebels von Aussen zu verhindern und eilig macht Jan sich nach getaner Arbeit auf den Rückweg. Es ist auch höchste Zeit, denn erstens hebt das Raumschiff ab und lässt die Erde so stark vibrieren, dass der Roboter beinahe wieder umkippt, der Sauerstoff geht zur Neige und Jan beginnt wieder zu wachsen.
Doch natürlich schafft er es rechtzeitig zurück zu Professor Futura, der ihn aus dem Roboter befreit.
Es folgt der für die Serie typische Abschlusslacher und die Gefahr für Westland ist ein weiteres Mal gebannt.
Mal so generell gesprochen.
Wir befinden uns im Staate Westland, welches nicht etwa Westlähnd und damit Englisch ausgesprochen wird. Trotzdem gibt es Orte wie Greyville. Besonders lustig ist das Rockytal. Weder Felsental noch Rocky Valley. Das allein kann man ja alles noch verschmerzen, zumal es im schönen Städtchen Dortmund einen Stadtteil namens Grevel gibt (und ich nicht weiss, wer sich da von wem die Inspiration geholt hat *g*).
Dann aber gibt es die deutlich Deutsch ausgesprochenen Namen Jan Tenner, Tanja, später noch Laura (nicht Loura) Professor Futura (nicht Fjutschura) und General Forbett (nicht Dschenneräll). Anderen Personen gibt man aber die überaus innovativen Namen Joe und Bill, die immer dann herangezogen werden, wenn einem sonst kein cooler, englischer Name einfällt. Naja, Schwamm drüber.
Ton:
Habe ich bei Folge 1 noch das Sounddesign in den siebten Himmel gelobt, kommt es in dieser Folge sehr sparsam daher. Wenn essentielle Dinge wie Strassenlärm und Evakuierungen einer ganzen Stadt lediglich von den Sprechern erwähnt, nicht aber soundtechnisch unterstützt werden, dann fehlt mir einfach was zur Glaubhaftigkeit.
Im Gegenzug wurden aber so minimale Geräusche wie das Klicken eines Kugelschreibers eingesetzt, weshalb ich mich jetzt ernstlich fragen muss, warum da einerseits so detailiert, andererseits aber so grob fahrlässig gehandelt wurde.
Cover:
Das Cover zeigt Jan in seinem Roboter, der durch die Sichtluke das Raumschiff und den daraus entströmenden, roten Nebel sieht.
Schade! Denn dass es sich beim Ursprung des Nebels um ein Raumschiff handelt, wurde in der Folge selbst schön lange aufgespart, als tolle Überraschung. Das Cover ist somit ein sowas von heftiger Spoiler, dass es schon fast körperlich weh tut.
Das Bild ist wie schon bei Folge 1 leider etwas unscharf und pixelig, die Rückseite vom Design her unverändert und die Seite der Hülle ziehrt der zweite Teil des durchgehenden Rückenbildes. Passt.
Fazit:
Leichte Logikfehler, technische Mängel (fehlende Geräusche) und der bösartige Spoiler auf dem Cover nehmen der Folge ein wenig die für ein Science Fiction Hörspiel ansonsten hervorragend seriöse Glaubhaftigkeit. Dennoch eine würdige Weiterentwicklung mit neuen, für die Serie wegweisenden Elementen.




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