Aus der Reihe "H.G. Francis" von Europa
Laufzeit: ca. 34 Minuten
Buch: H. G. Francis
Regie: Heikedine Körting
Brauren, Katharina...Amalia Rodriguez
Gräfin Dracula...Kehlau, Marianne
Maria Libbach...Gabriele
Angelo Menares...Stark, Horst
Erzähler...Ungeheuer, Günther
von Klipstein, Ernst...Pedro Faria
Produktionsjahr 1981 (CD-Veröffentlichung 1999)
Inhalt: Eine kleine Gruppe Reisender gerät in Schwierigkeiten, als sie in ein Unwetter geraten und sich ihre Postkutsche in der Nähe der portugiesischen Küste überschlägt. Man kann sich gerade noch so in ein nahegelegenes Haus retten. Die Gruppe beschließt erstens, sich in dem Haus ein wenig umzusehen und zweitens zumindest so lange abzuwarten, bis der Sturm sich gelegt hat. ABer sie sind nicht die einzigen, die sich in diesem Haus aufhalten. Zunächst findet die Gruppe einen Mann der offensichtlich seinen Verstand verloren hat. Als sie dann einer mysteriösen Frau begegnen die sich als Gräfin Dracula vorstellt, nimmt das Unheil seinen Lauf...
Kommentar: Die Gruselreihe H. G. Francis aus dem Hause Europa genießt unter Fans absoluten Kultstatus. Um es kurz zu machen: Wenn alle Folgen so gut sind wie diese hier, dann hat sie diesen hervorragenden Ruf auch völlig zurecht. "Gräfin Dracula" besticht durch seine dichte Atmosphäre, wer klassische Vampirgeschichten mag, wird dieses Hörspiel lieben.
Die Sprecher liefern hier ganze Arbeit ab, vor allem Marianne Kehlaus raue und käftige Stimme kommt sehr gut rüber. Sie spielt die Gräfin dermaßen "over the top", dass man direkt meinen könnte, sie würde demnächst in all ihrer blutrünstigen Schönheit aus dem CD-Player steigen. Apropos CD: Leider konnte bei der CD-Veröffentlichung nicht mehr die Originalmusik von Carsten Bohn verwendet werden (es gab einen Rechtestreit von ihm mit dem Label Europa). Allerdings hört die "neue" Musik sich ebenfalls sehr gut an (nur an einer Stelle hätte ich den Verantwortlichen gern getreten und zwar als er mitten in einem Dialog ein vorsintflutiches Technogedudel eingefidelt hat. Da musste ich mich schon sehr konzentrieren, damit ich die restlichen Dialogzeilen noch mitbekomme).
Der Aufbau der Geschichte ist verhältnismäßig simpel: Unser "Kanonenfutter" kommt am Ort des Geschehens an, macht einige unheimliche Entdeckungen (die Szene mit dem Sarg der Gräfin ist ziemlich gut) und wird von der Vampirin nach dem Zehn-Kleine-Negerlein-Prinzip dezimiert. Das klingt zwar einfach, reicht aber für ein etwas mehr als halbstündiges Hörspiel völlig aus.
Da die Geschichte in der Nähe der portugiesischen Küste spielt, haben die Macher mithilfe der Geräuschkulisse versucht, etwas mediterranes Flair zu erzeugen. Man hört die Möwen (mit deren Hilfe es eine kleine "Die Vögel"-Gedächtnissequenz gibt), das Tosen des Meeres, etc.. Ich wollte schon beinahe einen Urlaub in Portugal buchen.
Fazit: "Gräfin Dracula, Tochter des Bösen" ist eine klassische Vampirgeschichte, die alle Freunde dieses Genres erfreuen kann. Gebt diesem Hörspiel eine Chance und ihr werdet nicht enttäuscht sein!
4 von 5 Punkten.




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