
Hersteller
Holysoft Studios & Hörspiel Labor
Homepage
Genre
Literatur
Titel
Spielzeit
45 Min.
Erschienen
15.10.2006
Drehbuchschreiber
Holy, David
Mein erstes Hörspiel, das ich mir von dieser Seite zog war Zug der Zukunft und natürlich bin ich jetzt schon beinahe dazu genötigt, ein Review zu schreiben.
Kurze Inhaltsangabe :
Ein scheinbar verlauster, manierloser Jugendlicher belästigt ein altes Ehepaar, das auf einer Urlaubsreise nach Wien ist. Doch dieser Jugendlich e ist noch etwas ganz anderes als manierlos. Verschiedene andere Positionen in der deutschen Gesellschaft werden dem Zuhörer später noch vorgestellt.
Sprecher :
Teilweise sind die Sprecher wirklich sehr gut gewählt. Der Richter hat wirklich eine Stimme, wie man sie sich von einem herumkrakeelenden alten Mann auf der Straße vorstellt, der nichts anderes zu tun hat, als fremde Leute zu beschimpfen und die Gesellschaft zu kritisieren. Auch die sehr fürsorgliche Richters-Frau hört sich mit ihrer Stimme die im Gegensatz zu den sonst so maskulinen und rauhen Stimmen wie Balsam auf das Zuhörohr wirkt. Leider verhinderte bei mir die Stimme der Hauptrolle ein insgesamt positives Urteil. Der Dialekt (Köln ? Rhein-Gebiet ?) machte seine Beleidigungen etwas wirkungslos und so wirkte der Charakter leider nicht so angsteinflößend wie er es wohl sollte. "Allde Schachdl" wirkt leider nicht so gut wie "Alte Schachtel". Doch dennoch kann ich Talent in der Stimme entdecken, welche eben nur noch etwas Hochdeutsch lernen sollte. Auch konnten Emotionen teilweise nur mangelhaft und eher gekünstelt vermittelt werden.
Sprache :
Die verwendete Sprache hörte sich für mich nicht neuzeitlich, wobei ich mal annahm, daß das Hörspiel vage in der heutigen Zeit spielt aufgrund der beschriebenen sozialen Situationen, sondern eher nach den 80ern an. Zum einen werden mir sehr fremde Ausdrücke wie "ich rippe jeden ab" verwendet. Der Sprachgebrauch der Hauptrolle ist sehr unausgeglichen, zum einen wird wunderbares gebräuchliches Deutsch verwendet, zum anderen sehr häufiges "Denglisch", wobei man zum Beispiel den Ausdruck "gecheckt" zu oft hört. Leider nimmt die Sprache teilweise dem Hörspiel die Ernsthaftigkeit. Auc ganz kleine Sprachfehler wie "Baretta" kommen vor, die jedoch nur der Waffennarr bemerkt. Dennoch ist die Sprache in fast allen Fällen sehr gut verständlich, nur dachte ich am Anfang eigentümlicherweise, der Zug fahre nach Acapulco, was aber wohl wahrscheinlich ein Fehler meinerseits war.
Spannung :
Ich ging völlig unvorbereitet nur mit dem Titel in die "Vorstellung". Wegen "Zug der Zukunft" nahm ich an, dies wäre eher ein Science-Fiction-Hörspiel und erwartete anfangs auch dauernd irgendetwas übersinnliches. Anfangs ist das Hörspiel aber auch ohne diese Erwartungen recht spannend, vor allem das Kammerspiel zwischen der alten Frau (wenn ich so sagen darf) und dem Jungen ist recht interessant. Später ist man dann doch recht interessiert wie es weitergeht, doch das Ende war dann recht leicht zu erraten.
Glaubwürdigkeit :
Doch etwas zu amerikanisch wirken die sozialen Verhältnisse, vor allem wegen der Mutter. So weit angekommen sind wir hier in Deutschland wohl noch nicht. Auch der Lehrer, der Hilfe anbietet verwirrte mich etwas, da er letztendlich dann doch keine reelle Hilfe anbot. Auch der Richter handelte etwas unverständlich, da er seiner Frau jeden noch so kranken Wunsch erfüllte, der bar jeder Vernunft war.
Fazit :
Auch wenn ich in diesem Review viel Kritik äußerte, so ist "Zug der Zukunft" doch ein sehr solides Hörspiel, das Unterhaltung bietet, doch wegen einiger Makel nicht zur ganz großen Klasse gehört.






zurück
RSS-Feed



